Am Puls der Erde

Dieser schmerzhaften Hilflosigkeit entfliehen, radikal denken, einen Weg aus der Klimakrise finden – um das zu tun, brachen Theresa Leisgang und Raphael Thelen zu einer Reise quer durch alle Klimazonen von Südafrika bis zum nördlichen Polarkreis auf.

Nach 3000 Kilometern wurde die Krise persönlich, zwang die beiden zur Umkehr und zu einer Einsicht, die sie nicht länger verdrängen wollten: dass nicht nur das Klima kollabiert, dass eine ganze Kaskade von Katastrophen die Zukunft bedroht – Pandemien, Waldbrände, Hitzewellen. Und, dass sie selbst Teil des patriarchalen Systems sind, das diese Krisen verursacht.

Sie begannen eine radikale Selbstbefragung, trafen ökofeministische Künstler*innen, Denker*innen und Aktivist*innen und fanden eine Antwort: radikal denken reicht nicht, Widerstand und Neuanfang auch zu verkörpern, ist nicht nur die einzige Chance, die Zerstörung der Erde aufzuhalten – es fühlt sich auch unglaublich befreiend an.

Das Buch zur Reise erscheint 2021 im Goldmann Verlag

THERESA LEISGANG blickt auf die Zusammenhänge gelebter Praxis und globaler Strukturen. Sie erkundet die Verbindungen zwischen Transkulturalität und Klimakrise, zwischen Landwirtschaft und Artensterben, zwischen indigenem Wissen und imperialer Lebensweise.

Wenn sie als Journalistin erklärt, wie Ölkonzerne den Amazonas ausplündern, auf der Sea-Watch im Mittelmeer kreuzt oder mit Kapitänin Carola Rackete Positionen zur Klimakrise erarbeitet, dann sieht sie darin die vielen Seiten der gleichen Aufgabe: ein gutes Leben für alle auf unserer geteilten Erde.

RAPHAEL THELEN lebt und arbeitet an den Bruchstellen der Welt, dort wo die Konturen am schärfsten zu Tage treten und die Grenzen zwischen Privatem und Politischem verschwimmen.

Er berichtete über den Freiheitskampf der Menschen im Nahen Osten, begleitete Fliehende auf ihrer Route durch den Balkan, schrieb über die Trümmerträume Ostdeutschlands. Seine Reportagen erschienen im SPIEGEL, der ZEIT, dem SZ Magazin, 2018 erschien sein Buch Die Straße der Träume.

Er beschreibt, als engagierter Beobachter, die Verhältnisse nicht nur; er hofft sie zu verändern.